• Lieder
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  • Forschungsstelle


 


Lieder:

  • Kehr ich einst in meine Heimat wieder
  • Transeamus 
  • Wunderschön prächtige
  • Alle Tage sing und sage
  • Blaue Berge, grüne Täler
  • Wie's daheim war ...   
  • Jeder Mensch braucht eine Heimat
  • Über die Berge schallt
  • Uf da Ufabanke
  • Tief drin im Böhmerwald    (Text und Melodie)
  • Die Gruttker Vasper 
  • Oh du Heimat lieb und traut 
  • Und in dem Schneegebirge 
  •  
  •               

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Gedichte:

  • Zwischen den Zeiten (von Wolfgang Weiß, Oberkunzendorf
  • Weihnacht daheim  
  • Der zweite Feiertag
  • Derr Krieg uff`m Bernboome
  • Gude Auskunft
  • Erinnerung an mein liebes Schlesierland
  • Was ist Heimat
Sonstiges:
  • Fundstellen für das Ostdeutsche Lied
 
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Lieder:

 Kehr ich einst in meine Heimat wieder ...

Kehr ich einst zur Heimat wieder,
Früh am Morgen, wenn die Sonn' aufgeht.
Schau ich dann ins Tal hernieder,
Wo vor einer Tür ein Mädchen steht.

Refrain:
Da seufzt sie still, ja still und flüstert leise:
Mein Schlesierland, mein Heimatland,
So von Natur, Natur in alter Weise,
Wir sehn uns wieder, mein Schlesierland,
Wir sehn uns wieder am Oderstrand.

In dem Schatten einer Eiche,
Ja, da gab ich ihr den Abschiedskuß.

Schatz, ich kann nicht bei dir bleiben,
Weil, ja weil ich von dir scheiden muß.
Da seufzt sie still, . . . . .

Liebes Mädchen, laß das Weinen,

Liebes Mädchen, laß das Weinen sein.

Wenn die Rosen wieder blühen,

Ja dann kehr ich wieder bei dir ein.

Da seufzt sie still, . . . . .

 

 

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  • Transeamus                        (von Josef Schnabel)

Transeamus usque Bethlehem et videamus hoc verbum quod factum est.

Transeamus usque Bethlehem et videamus hoc verbum quod factum est.

Mariam et Josef et Infantem positum in praesepio,

Mariam et Josef et Infantem positum in praesepio.

 

Gloria, gloria, gloria, gloria, gloria, gloria, gloria, gloria, gloria, gloria.

Et in terra pax hominibus, bonae volun tatis,

bonae volun tatis, bonae volun tatis, bonae volun tatis et in terra pax. Gloria.

 

Transeamus, Transeamus

videamus multitudinem mi litiae celestis laudantium Deum

Mariam et Josef et Infantem positum in praesepio.

Transeamus et videamus quod factum est
et videamus quod factum est.

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  • Wunderschön prächtige

 

1.      Wunderschön prächtige, hohe und mächtige, liebreich holdselige himmlische Frau.

   Der ich mich ewiglich, weihe herzinniglich, Leib dir und Seele zu eigen vertrau!

   Gut, Blut und Leben, will ich dir geben, alles war immer ich hab’ was ich bin,

   geb ich mit Freuden Maria dir hin.

 

2.      Sonnenumglänzete, Sternenumkränzete, Leuchte und Trost auf der nächtlichen Fahrt.

   Vor dem verderblichen Makel der Sterblichen hat dich die Allmacht des Vaters bewahrt.

Selige Pforte warst du dem Worte, als es vom Throne der ewigen Macht,

Gnade und Rettung den Menschen gebracht.

 

3.      Schuldlos geborene, einzig erkorene, du Gottes Tochter und Mutter und Braut,

die aus der reinen Schar Reinste wie keine war, die selbst der Herr sich zum Tempel gebaut.

Du Makellose, himmlische Rose, Krone der Erde, der Himmlischen Zier,

Himmel und Erde, sie huldigen dir!

 

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  • Alle Tage sing und sage

 

1.      Alle Tage sing und sage Lob der Himmelskönigin!
Ihre Gnaden, ihre Taten preis o Seel’ mit frommen Sinn.

   »Du bist gebenedeit, drum singt dir die Christenheit: Ave, Ave, Ave Maria.  «

 

2.      Auserlesen ist ihr Wesen, Mutter sie und Jungfrau war.

   Preis sie selig, über selig, groß ist sie und wunderbar.

   »Du bist gebenedeit, drum singt dir die Christenheit: Ave, Ave, Ave Maria.  «

 

3.      Ohne Ende zu ihr wende dich mit Lieb und Lobgesang,

Ihr gedenke, zu ihr lenke allen Sinn dein Leben lang. ....

 

4.      Denn im Leben und im Sterben glänzt ihr wahrer Himmelssinn.

Himmelsklarheit, ew'ge Wahrheit krönen unse're Königin. ...

 

 

 

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  • Blaue Berge, grüne Täler

1.     Blaue Berge, grüne Täler, mitten drin ein Häuschen klein.

Herrlich ist dies Stückchen Erde, und ich bin ja dort daheim.

Als ich einst ins Land gezogen, ha'n die Berg' mir nachgeseh'n

Mit der Kindheit, mit der Jugend, wußt selbst nicht, wie mir gescheh'n.

|: O mein liebes Riesengebirge, wo die Elbe so heimlich rinnt,

wo der Rübezahl mit seinen Zwergen heut' noch Sagen und Märchen spinnt.

Riesengebirge, deutsches Gebirge, meine liebe Heimat du! :|

 

 

2.  Ist mir gut und schlecht gegangen, hab' gesungen und gelacht,

   doch in manchen bangen Stunden hat mein Herz ganz still gepocht.

Und mich zogs nach Jahr und Stunde wieder heim ins Elternhaus,

hielt's nicht mehr vor lauter Sehnsucht bei den fremden Leuten aus.
Refrain: O mein liebes Riesengebirge .....

 

3.  Heil'ge Heimat! Vater! Mutter! Und ich lieg' an ihrer Brust

Wie dereinst in Kindheit Tagen, da vom Leid ich nichts gewußt;

Wieder läuten hell die Glocken, wieder streichelt ihre Hand

Und die Uhr im alten Stübchen tickt wie Grüßen von der Wand:
(zart) O mein liebes Riesengebirge ....

 

4.  Und kommt's einstens zum Begraben, mögt ihr euren Willen tun.

Nur das eine, ja das eine: Laßt mich in der Heimat ruhn!

Wird der Herrgott mich dann fragen oben nach dem Heimatschein,

zieh ich deutsch und stolz und freudig (cresc.) flugs ins Himmelreich hinein.

        Bin aus dem lieben Riesengebirge ....

 

 

 

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Wie's daheim war ...              (T: Peter Cornelius, W: G. Wohlgemuth)

Wie's daheim war, wo die Wiege stand,

wo der Mutter Arm dich weich umwand,

frag dein eigen Herz, frag im fremden Land,

ob's nicht tiefer Lust und Schmerz empfand

|: wie's daheim war, wie's daheim war, wie's daheim einst war.:|

 

Wie's daheim war, ist ein Zauber mild,

ist ein heimlich farbenreiches Bild.

Wenn ein Blick, ein Wort,

wenn's dein Sehnen stillt,

ist es nur, weil etwas drinnen quillt . . .

 

Wie's daheim war, find'st du's nimmermehr,

wand're nur auf Erden hin und her,

müh und sehne dich,

seh'n dich noch so sehr,
wird es schön doch nimmer, nimmer mehr . . .

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  Die Gruttker Vasper             (Volkslied)

 
Gruttke ies ne schiene Stoadt,
Do hoan se jengst ne Vasper ghoat,
mit Lichtlan sein se rimmgesprunga,
spansch und ungarsch hoan‘s gesunga,

struderie, de rallala.
Struderie de ra.
struderie, de rallala,
struderiedera.

 
Oam Chure stund a grußer Schrank,
dohing‘n de Feiflan kurz und lang,
Und wenn ma uff a Kletzla grief,
dojedes mol a Feifla fief, 
struderie, de rallala, ….
 
Zwee Zuber hoan se reigetroan,
druff hoan se feste rimgeschloan.
Ond eener hoat ei a Hölzla gebissa,
dohoat doas Deng juchhei gekrissa.
 
Do stund a Ding uff eenem Bein,
doas mußt wuhl Teifels Grußla sein.
So uft ma ibern Bauch wegstriech,
do brummt doas Ding goar ferchterlich.
 
Dar eene wullt a Brut zerschneid‘n,
do droht dar andre: Los doas bleib‘n!
Dann eenen kunnt ich nie vergassa,
dar wullt een blechnen Dorm uffrassa.
 
Do koam a Moan met‘m Steckla oan,
dar hotte vurn a Säckla droan.
Doas hoat a jedem viergerackt,
und moncher hoat woas neigestackt.
 
Lang sproach a Moan ei eener Tunne,
dam schien doas Herz vu grußer Wunne.
Ond immer, wenn ar‘s Maul ufftoat,
a jedem oarg de Woahrheit soat.
 
Dann vurne stoand a dicker Moan,
dar hoat es Hemd iber a Hosa oan.
Dar hoat fir uns gebatt, gesunga,
domet mer ei a Himmel kumma.
 
Ich stoand bei ihm und soah ihm zu,
und duchte, los oach miech ei Ruh.
Ich schlich mich dann zur Türe naus,
und eim Galopp woar ich zu Haus.
 
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Oh du Heimat lieb und traut
 
Oh du Heimat lieb und traut wonnig dich mein Auge schaut,
Land wo meine Wiege stand froh die Jugend mir entschwand,
da bist du mein Schlesierland.
 
Wo die Koppe hoch und her ragt hinein in's Wolkenmeer,
wo die Sage weltbekannt einen Rübezahl erfand,
da bist du mein Schlesierland.
 
Wo der Hochwald stolz sein Haupt ist mit Waldesgrün umlaubt,
wo der schwarze Diamant kommt ans Licht durch Bergmannshand,
da bist du mein Schlesierland.
 
Wo des Zobtens mächt'ger Bau steigt empor zum Himmelsblau
und des Wetters Unbestand weit im Umkreis macht bekannt,
da bist du mein Schlesierland.
 
Wo im breiten Oderstrom spiegeln Städte sich und Dom
seine Flut auf Kies und Sand fort sich wälzt zum Ostseestrand,
da bist du mein Schlesierland.
 
Wo ein Lied gemütsvoll klingt Wort und Ton zum Herzen dringt,
wo um Seelen sinnverwandt leicht sich schließt der Freundschaft Band,
Du bleibst schön, mein Schlesierland.
 
Ob die Frühlingssonne lacht, ob die Rosen stehn in Pracht,
ob sich färbt das Laub im Land, ob dich deckt ein Schneegewand,
Do bleibst schön, mein Schlesierland.
 
Dein gedenk ich immer gern ob ich nahe oder fern,
bleibt mein fleh'n zu Gott gewandt, allzeit schirme deine Hand
dich, mein liebes Schlesierland.
 
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Und in dem Schneegebirge                Volkslied aus Schlesien
 
Und in dem Schneegebirge da fließt ein Brünnlein kalt,
uns wer vom Brünnlein trinket, und wer vom Brünnlein trinket,
wird jung und nimmer alt.
 
Ich hab daraus getrunken, so manchen kühlen Trunk.
Ich bin nicht alt geworden, ich bin nicht alt geworden,
ich bin noch allzeit jung.
 
Ade mein Schatz ich scheide, ade mein Schätzelein!
Wann kommst du aber wieder, wann kommst du aber wieder,
Herzallerliebster mein?
 
Wenn's schneiet rote Rosen und regnet kühlen Wein.
Ade mein Schatz ich scheide , ade mein Schatz ich scheide,
ade mein Schätzelein!
 
Es schneit ja keine Rosen und regnet keinen Wein,
drum kommst du auch nicht wieder, drum kommst du auch nicht wieder
Herzallerliebster mein.
 
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  •  Jeder Mensch braucht eine Heimat

1.  Jeder Mensch braucht eine Heimat,

     einen Platz, wo er zu Hause ist,
und wo er noch wahre Freunde hat,
wo man ihn liebt und nie vergißt.
Jeder Mensch braucht eine Heimat,
wo er glücklich und geborgen ist,
weiß er, daß er zu Hause ist.


2.  Der kleine Bach, wo ich einst war,
mit Freunden spielte manchen Sommertag.
Mein Vaterhaus, der alte Baum,
das sind Erinnerungen, die ich mag.
Der Blumenstrauch blüht noch so schön,
die Amsel singt ihr Lied noch Tag für Tag.
Und nahe dort klingt heut wie einst
der alten Turmuhr Glockenschlag.

 

3.  Jeder Mensch braucht eine Heimat,
einen Platz, wo er zu Hause ist,
und wo er noch wahre Freunde hat,
wo man ihn liebt und nie vergißt...
Jeder Mensch braucht eine Heimat,
wo er glücklich und geborgen ist,
wo für ihn die Sonne immer scheint,
weiß er, daß er zu Hause ist.

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  • Über die Berge schallt 

Über die Berge schallt / lieblich durch Flur und Wald, / Glöcklein, dein Gruß!
 / Bringe der Mutter mein / über der Sterne Schein / auch meinen Gruß!

Ja, sie ist gnadenvoll; / Himmel und Erden soll / danken dem Herrn.
 / Will auch ihr Glöcklein sein, / ihr mich zum Dienste weihn / nahe und fern. 

  Wie du gesegnet bist, / ganz unaussprechlich ist, / Mutter, dein Kind
   / Selig dein heilger Leib, / selger, denn je ein Weib, / du ohne Sünd

Gott, der Allmächtige, / ewig Dreieinige, / er ist mit dir  / Himmlische Königin,
/ sei unsere Mittlerin, / sei auch mit mir!

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  • Uff der Ufabanke                               (A. Günther)

 

Eim Winter, wenn's oft stürmt und schneit,

wenn's watern tut, wie nie gescheit,

wenn's Windweha schmeeßt bis ans Fanster roan,

daß ma oft ne raussahn koan;

 

 [: Ja, do is am schinsta uff der Ufabank,

              wenn is Pfeifla brennt, do ward die Zeit nie lang,

              wenn is Feier prasselt, is eim Stübla warm,

              do kann's watern, doß is Gott derboarm! :]

 

Und setz mer dann recht schien beisomm'n,

und is Gemietlichkeit gekomm'n,

do wird derzählt und Spaß gemacht,

monchmoal bis zur Mitternacht.

Der Kaffeetop stieht ei dam Rähr,

und war will, der schenkt sein ein.

               

[:Ja, do setzt man sich halt uff die Ufabank,

  denn beim Kaffeetop, da wird die Zeit nie lang,

  wenn dos Feier prasselt, is eim Stübla woarm,

  do kann's watern, doß es Gott derboarm! :]

 

 

Of der Welt is halt immer asu,

da gahn die eut halt keene Ruh,

a jeder weil halt wos besseres sei,

und bild't sech gor viel ei.

Do is am besta 's Pfeiflar har,

Und ma lacht sich ens derzu:

 

            [:Denn om schinsta is halt of der Ufabank,

              wenn dos Pfeifla brennt, so wird die Zeit nie lang,

              wenn dos Feier prasselt, is eim Stübla worm,

   do kann 's watern, doß es Gott derboarm! :]

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Böhmerwald - Lied

Tief drin im Böhmerwald, da liegt mein Heimatort,

es ist gar lang schon her, dass ich von dort bin fort,

doch die Erinnerung, die bleibt mir stets gewiß,

dass ich den Böhmerwald gar nie vergiß.

Es war im Böhmerwald, wo meine Wiege stand,

im schönen, grünen Böhmerwald.

 

O holde Kinderzeit, noch einmal kehr’ zurück,

wo spielend ich genoß das allerhöchste Glück,

wo ich am Vaterhaus auf grüner Wiese stand

und weithin schaute auf mein Vaterland.

         Es war im Böhmerwald ....

 

Nur einmal noch, o Herr, laß mich die Heimat seh’n,

den schönen Böhmerwald, die Täler und die Höh’n:

dann kehr ich gern zurück und rufe freudig aus:

behüt dich, Böhmerwald, ich bleib zu Haus.

Es war im Böhmerwald ...

 

  

 

http://people.freenet.de/kgruenbeck/berg/boehmerwald.htm   
(Text und Melodie)  
 

 

 Der Text und die Melodie dieses Böhmerwald-Liedes stammen von Andreas Hartauer
(* 28. November 1839 in Goldbrunn im Böhmerwald, + 18. Januar 1915 in St. Pölten/Nieder-Österreich).

Hartauer war Glasbläser und Glasmaler. Während seiner Wanderschaft in Deutschland dichtete und vertonte er das Lied. Wehmut, Heimweh und Sehnsucht nach den Bergen und Wäldern seiner Heimat hatten ihn dazu bewegt.
Im Jahr 1937 errichtete man ihm zu Ehren bei Eleonorenhain/Böhmerwald ein Denkmal, auf dem die Worte stehen:
 
„Dem Andenken des Glasmachers Andreas Hartauer, der der Welt
das Lied ‘Tief drin im Böhmerwald’ geschenkt hat.“
 
Seine heimatvertriebenen Landsleute vom Deutschen Böhmerwaldbund setzten 1982 ihm zu Ehren bei Mauth/Bayerischer Wald (etwa 10 km nördlich der Stadt Freyung) einen weiteren Gedenkstein mit dem Text der ersten Strophe seines Böhmerwald-Liedes.
 
  

 



 
 
Gedichte

 
 Zwischen den Zeiten                        

Ja, ich erinnere mich

an meine erste Kindheit –

an Elternhaus, Mutters Hände

und Vaters Arm –

an Geborgeheit, Liebe,

Glaube, Heimat.

 

Ja, ich erinnere mich

an meine Kindheit –

an Krieg, Angst, Grausamkeit,

Rechtlosigkeit, Hunger,

Krankheit, Tod,

Flucht und Vertreibung.

 

Ja, ich erinnere mich –

keine Angst mehr, wieder satt,

wieder Geborgenheit,

wieder Ordnung, wieder neue

Freunde,

wieder Hoffnung und Glaube

an Morgen.

 

Ja, ich erinnere mich –

an Arbeit, an Aufbau,

an Glücklichsein

und große Zukunftspläne.

 

Ja, ich hoffe immer noch

auf die Zukunft –

aber Tag für Tag

bröckelt etwas davon ab –

am Tage die hellen Erinnerungen –

in der Nacht

die Angst und Not der Vergangenheit.

 

Leben zwischen den Zeiten –

vor oder hinter ihnen?

Weiter werde ich versuchen, zu hoffen.

 

                                               Wolfgang Weiß 1986
 

(Wolfgang Weiß war mein Schulkamerad aus Oberkunzendorf, bei Münsterberg, in Schlesien.
Nach der Vertreibung kam er
zusammen mit seinen Eltern und Geschwistern nach Glandorf, Kreis Osnabrück.
Meine Eltern und ich kamen nach Hilter T.W., Kreis Osnabrück. --- Maria Prull, geb. Eckwert)

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  • Weihnacht daheim                        (Alfred Scholz)

Weihnachten daheim, die Mutter seufzt sehr

Und spricht: „So schön wird es wohl nimmermehr.“

Vorbei das heimliche Schaffen in den Stuben

Und das Versteckenspielen vor den Buben

Und Mädchen, wie war das so schön.

Es war, als gingen Englein ungesehn

Von Dorf zu Dorf und auch von Haus zu Haus;

Aus allen Winkeln schaute Glück heraus!

 

Weihnachten daheim, der Vater leise spricht:

„Wie war das schön, ja, das vergeß ich nicht,

Wie in den Wald ich nach der Tanne ging,

die silberglänzend voller Rauhreif hin.,

Als ob sie ahnt das Wunder heil'ger Nacht,

Bald glänzen wird von heller Kerzenpracht!

Weihnacht daheim, die Welt lag unter Schnee,

Mir war's, als wär begraben Leid und Weh.“

 

Weihnacht daheim, der Kinder froher Sang

So märchenvoll durch alle Stuben klang.

Und bei der Krippe unterm Tannenbaum

Die Kinder Augen glänzten wie im Traum.

Weihnacht daheim, Großmutter leise spricht:

„Das war so schön, und das vergißt man nicht,

Wird man auch siebzig, achtzig Jahre alt,
Weihnacht daheim, so schön wird's nimmer bald!“

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 Weihnachten

Markt und Straßen stehn verlassen,
Still erleuchtet jedes Haus,
Sinnend geh ich durch die Gassen,
Alles sieht so festlich aus.

An den Fenstern haben Frauen
Buntes Spielzeug fromm geschmückt,
Tausend Kindlein stehn und schauen,
Sind so wunderstill beglückt.

Und ich wandre aus den Mauern
Bis hinaus ins freie Feld,
Hehres Glänzen, heilges Schauern!
Wie so weit und still die Welt!

Sterne hoch die Kreise schlingen,
Aus des Schnees Einsamkeit
Steigts wie wunderbares Singen -
O du gnadenreiche Zeit!


- Joseph Freiherr von Eichendorff (geb. in Schlesien) -

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 Der zweite Feiertag                      (Dr. Georg Ziegler)

Die Eisenbahn ist noch ganz,

dem Pferde fehlt noch kein Schwanz,

vom Auto ist nur ein Hinterrad los

ein Schuh fehlt der neuen Puppe bloß.

Und dann ist ein Puppenteller entzwei.

Sonst aber ist noch alles wie neu
am  zweiten Feiertag.

 

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Die Schlietafoahrt – von Ernst Schenke

Fertig stieht derr gruße Schlieta,
Jitze werd'n Faohrt gemacht!
War läßt sich doas zweemoll bieta?
Frisch geschneit hoots über Nacht.
O die Freede doas Vergniega,
Immer uff derr Strooße lang:
Kling klang, kling klang,

Hurtig eigestiega!
Kling klang, kling klang,
Klingelt inse Schelle.
Hott'err euch gutt eigepackt?
Hübsch die Beenla zugedackt?
Uufgepoßt, hier hoot derr Wäg
Schunt awig Gefällt
Kling klang, kling klang,
Klingelt inse Schelle.
Kling klang, kling
Flocka schneits vom Himmel.

Satt ock, wie derr Roppa jecht,
Macht merr bluuß doas Fahrd nicht schlecht!
Und demaba, wie geschmärt,
Troabt der Hons, derr Schimmel.
Kling klang, kling klang,
Flocka schneits vom Himmel.
Kling klang, kling klang,
Giehts wie lauter Glöckla.
Über Schulza's Wiese naus,

Durt guckt schunt derr Kerchturm raus,
Durt ies schunt is Nupperdurf,
Bei jem Ackerfleckla.
Kling klang, kling klang,
Giehts wie lauter Glöckla.
Kling klang, kling klang,
Doß merr bluuß nich kippa.
Setzt euch feste uff a Sitz;
Denn is gieht bergrunder jitz.
Follt merr bluuß nich etwand raus,
Brecht merr nich die Rippa!
Kling klang, kling klang,
Doß merr bluuß nich kippa.
Hingerm dritta Windmühlhübel
Kehrn merr ei a Kratschem ei.
Zuviel Kälde ies vom Übel,
Kratschmer, breng woas Wormes rei!
Obends fünkeln olle Sterne,
Und merr foahrn die Strooße lang,
Kling klang, kling klang,
Schien brennt die Laterne.
 

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De lieben Geschwister
 

Där Koarle hoatte zwoar versprochen,
A gieht bestimmt noch nich uffs Eis.
Dernoo, do woar a eigebrochen,
Noaß koam a heem und kreideweiß.
De Mutter krigt kenn schlechten Schreck,
Ihr blieb zuärscht die Sproache weg.
 
Dann aber hoot se schnell ihr Jüngel
Oam Jackekroagen oangepackt,
Hoats ausgezoin und hoat da Schlingel
Ei's woarme Bette neigestackt.
Se sproach: „Bist Du ärscht woarm gewurn,
Dann nimmt där Stecken Dich uffs Kurn!“
 
Vull Freede stoanden Koarles Brüder
Und ooch de Schwastern nu derbei,
Und jedes fühlte immer wieder
Amoll ei Koarles Bette nei.
Dann endlich schreit där ganze Schwoarm:
 
„Nu, Mutter, hau! - Nu ies a woarm!“
 

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  • Derr Krieg uff`m Bernboome           (Von Ernst Schenke)

Uff 'm Bernboome woar Krieg. Wägen woas nämlich? Wägen dam hülzerna Stoarkastla nämlich. Die Händelei hotte ganz unverhufft oangefanga, doohie. Die Stoare woarn nämlich heemgekumma und hotta gesahn, doß ei dam Kastla die Sperliche woarn, und doo woarsch äbenst, mächt ma soan, luusgeganga. Früh üm holb neune. "Ausverschämte Bande!" hotte derr Herr Stoar gepiepst, darde mit Senner uba eim Wippel soaß. "Ausverschämte gemeine Bande! Da kommt man hier mit Mühe und Not aus Afrika rüber, will Wohnung beziehn, will sich auf anständige Art einnisten und da hockt so eine Blase, so ein Volk, so ein Pöbel in unsereins seiner Mäste!" Doo a doas soate, wackelt a mit 'm Schwanze und drähte sich dreimoll verrbuust uff 'm Hölzla rimm. Seine, woas de die Madam woar, schlug mit a Flügeln und fing oan zu schimpfa:
"Ich verklage die Sippschaft!"
Uff eemoll koam aus 'm Stoarkastla die Sperlichen rausgeschludert.
"Sie!" piept se. "Woas sprecha Sie? Sie grußmupsiges tummes Froovulk: Sippschoft sprecha Sie? Uff ins oanständige Leute? Kumma Sie bluß runder! Ihn' war iech is Wampla schunt obräuma!"
"Na, hören Sie mal", fing der Herr Stoar jitz oan, - "was erlauben Sie sich denn für Ausfälligkeiten gegen meine Frau Gemahlin? Ich sage bloß, mäßigen Sie sich!"
"Woas woas woas?" piepste die Sperlichen und schlug mit olla beeda Flügeln, doß die Ziepsa bluß asu rimmfluga.
"Verrleicht fanga Sie errscht noch oan, Sie Järge! Denka Sie verrleicht, weil Sie ei dam dämlicha Offraka gewaast sein, Sie kinna mir woas weißmacha, - mir,hä? Päkeln Sie sich ock ihr dämliches Offraka ei, doas soa iech Ihn' bluß!
"Offraka? Haha! Vielleicht zerbrechen Sie sich noch die Zunge, Sie dumme Person."
Wahrscheinlich wollten Sie Afrika sagen. Aber da sieht man ebenst wieder mal, wie weit die Sperlingsbildung ausreicht!" Jitz wurde die Froo Sperlichen roasend.
"Moan!" pläkt se, "kumm doch eenzig amoll raus! Hurch derr doch bluß eenzig amoll oan, woas doas Weibstücke doohie uba ei dar Bodenkommer immerfurt ferr Rädensoarta hoot über miech!"
Derr Herr Sperlich huppte uffs Stengerla raus, - hupp, hupp. "Ja nu" - soat a - "woas wiel denn die Pakasche doohie, woas wiel denn doas Lumpagesindel? Wenn Sie Wohnung sucha, meine Herrschofta, doo ies wetter nischt, doo warn Se sich müssa a Häusla wetter bemühn! Hier hoots nischte nich zu vermitta!"
Derr Herr Sperlich und die Froo Sperlichen machta wieder ei's Kastla nei. Die Stoare kochta verr Wutt. Siebamoll drähte sich ar uff 'm Oste rimm und fuffzamoll schlug sie mit a Flügeln. Uff eemool flug derr Herr Stoar voo semm Oste runder und uffs Dächla voo derr ala Mästa druuf.
"Raus die Bande!"
A riefs und tetterte ock immer mi semm Schnoabel uff doas Dächla , doß die Spanla ei derr Luft rimmfluga.
"Raus die Bande!"
Aber die Sperliche drinne eim Kastla machta sich nich viel draus.
"Herein, Herein!" riefa se. "Immer bitt scheen, - die Türe stieht uffe. Sie braucha goarnich errscht oanzukloppa. Immer hereinspotziert, Herr Offraka, immer herein, Sie Honswurscht!"
Doas bruchte die Stoare drauße immer noch meh ei die Wulle, und jitz fing oo die Madam noch oan uff doas Dächla zu tettern.
"Scheen, scheen!" riefa die Sperliche. "Vermoost scheen! Immer tettern Se, tettern Se, Sie ein a vermooster Drummler. Hoan Se doas etwand goar ei Offraka gelernt, doas Getetter?"
Die Stoare kunnda sich kaum noch haln. Om liebsta wärn se neugefleun ei die Mäste und hätta dar niederträchtige Bloase die Ziepsa eelitzig ausgerissa. Immer roasniger hieba se uff die Mäste druuf. Die Sperlicha soate 'n zeitlang goarnischt. Endlich muchts a wull doch awing zu uufdringlich warn mit dam Getetter und die finga oan Krach zu macha.
"Iech verbitt merr ee ferr allemal dan Unfug!" rief der Herr Sperlich.
Aber die Stoare goaba nich nooch.
"Sie!" kreeschte die Sperlichen eim Kaastla drinne, - "wenn iech Ihn' nauskumme!"
"Kommen Sie doch, Sie Gans!" riefa die Stoare.
Doas woar zuviel.
"Moan, Moan, - sul ma sich doas gefolln loon?"
ie Sperlichen kunnde kaum noch giepsa
"Gons heeßa se miech!"
"Na wort ock, wort ock!" rief ar. "Jitz ist genung. Jitz warn merr dam Stoargesindel durt draußa amoll urndlich a Stoar stecha!"
Und - hupp, hupp woarn se haußa, und nu gings luus: "Sie ausverschämte Person!"
"Sie Gake Sie!"
"Sie niederträchtiges Frauenzimmer!"
"Sie Honswurscht Sie tummer!"
"Sie ungebildetes pöbelhaftes Weibsbild!"
"Sie Lops!"
Asu gings ock immer rüber und nüber, und die hieba ock immer uffsomma nei, doß dar ganze Bernboom wackelte. Voo derr Mäste unda woarn se mittlerweile bis nuff ei a Wippel gekumma, und durt ging die Prügelei errscht richtig mit Dompfe, Kreiz, goab doas Womste (Hiebe) durt uba! Die Sperliche hotta schunt bale keene Fadern nimme und soahga aus wie nackige Mäuse. Aber zuguderletzte mußta se doch is Weicha nahma.
"Kumm ock, Moan!" piepste Sie, "merr warn ins groade mit dar tumma Gesellschaft rimmprügeln."
Derrno fluga se nüber ei a Äppelboom.
"Sie kinna sich Ihr dreckiges Mäusekastla behaln!" rief die Froo Sperlichen voo drüba. "Mer braucha Ihr dreckiges Mäusekastla errscht goarnich! Vier Wucha lang hoan merr ausmista gemußt, ehb merr neiziehn kunnda. Sie sein merr 'n schiene Gesellschoft!"
Die Madam Stoar wullt sich uff doas hien noch amoll uufräga, aber ar hielt se zurücke.
"Es ist gut", soat a. "Der Fall ist erledigt."
Vom Kerchturme drüba schlugs dreivertel neune; 'n Vertelstunde hotte derr Krieg uff'm Bernboome getauert. Jitz woar a aus, und die Stoare fiefa sich ees.

 

 

  • Kurz und bündig oder die gude Auskunft      (von Ernst Schenke)

Doas woar letzthien,

Doo wulld iech giehn

Uff Poppelwitz,

Iech fond nich hien.

Doo koam a Moan,

Dan sproch iech oan:

„Kinna Se merr nich a Wäg uff Poppelwitz soan?“

 

Nu horcht ock jitz:

Dar Moan blieb stiehn,

Dar Moan, dar meent's voo Herza ehrlich,

„Och“ – meent a – „doas ies nich gefährlich“,

Und zeigt'  merrsch glei mit senner Krücke,

„Doo giehn Se erschtens hier doas Stücke,

Dernoo giehn Se noch a Stücke,

Dernoo kimmt 'ne Brücke,

Über die Brücke giehn Se drüber,

Do kumma Se nüber.

Drüba giehn Se a Stückla nimm

Und biega üm.

Glei onn derr Ecke,

Doo hoot's 'ne Hecke

Und hinder dar Hecke hoot's a Haus.

Doo is om besta, Se weicha aus

Und giehn lang naus.

 

Wenn Se sein lang naus geganga,

Kumma Se durch dan Puusch, dan langa.

Doo gieht's errscht asu

Und derrnoo asu,

Und dernoo gieht's uff nunderzu.

Unda giehn Se a Stückla schräge.

Doo kumma zwee Wäge.

Dann enn loon Se liega

Und biega

Ei dan andern nei

Und macha glei

Om Teiche hien

Under zwee Linda –

Sie war'ns schunt finda –

Is leeft sich schien.

 

Wenn Se dernoo und Se giehn wetter,

Doo hoot's enn Boom stiehn ohne Blätter –

's ies a siehr verdurrter Strunk - ,

Dar stond schunt durte – iech woar noch jung.

Voo durt aus, doas derfa Se nich verpossa,

Müssa Se a Quolsdurfer Kerchturm eis Oge fossa,

Doo müssa Se ganz genau Obacht gan,

Doß Se nicht errnt a folscha sahn,

Und müssa sich akkerat nooch dam Turme richta;

Denn is hoot ei derr Nähnde noch enn sichta,

Und giehn Se dreivertel Stunda bluß,

Doo sein Se durt, und ei darselba Stunde

Kimmt ma uff Rucksdurf, doo hoot's siehr viel Hunde,

Siehr viel gruße und kleene Luppa

Mit schmoala und mit breeta Mupppa.

Doo möchta Se 'ne Krücke hoan,

Doß Se kännda doas Zeug verjoan,

Denn wenn ma errscht und ma wird gebissa,

Doas ies nicht gutt,

Sie warn's ju wissa,

Doo kimmt Blutt.

 

Jitzund, wenn Se und sein durt naus,

Doo kumma Se wieder onn a Haus –

's ies a kleene, gebrechliche Dings - ,

Doo biega Se üm und giehn wieder links,

Do kumma Berka –

Se müssa sich's merka - ,

Hinder dan Berka giehn Se quar,

Doo wachsa Eecha

Om Wage har,

Die bis nunder uff Hausdurf reecha.

Bis nunder uff Hausdurf is nich weit,

Doo braucha Se bluß noch die holbe Zeit,

Doo giehn Se bluß noch a poarmoll schräge,

Doo sein Se glei uff'm richtiga Wäge,

Do giehn Se bluß noch quar nüber jitz,

Doo sein Se schunt ei Poppelwitz.“ 

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Mei Nupper                      von Ernst Schenke

Mei Nupper, dar hoot Glücke,
Wenn dar und mahrt,
Doo werd aus jeder Mücke
A grußes Fahrd.

Sitzt wu a Schwalbla zierlich
Und bau sei Naast,
Beim Nupper is natierlich
A Sturch gewaast.

Und leeft 'm ei die Quare
'n kleene Maus,
Dar macht mit semm Gemahre
'n Kotze draus.

Ei enner Luhsche neulich
Doo stoand der Ran.
Mei Nupper, dar hott freilich
Enn Teich gesahn.

A hoots beim Vaspertische
Dernoo gesoat:
Is hätte lauter Fische
Drinne gehoat.

Und wie iechs hoa gestrieta,
Doo wurd' a schlecht.
A leiß sich doas nich bieta,
A hätte Recht.

Und wu asich eim Rechte
Halt eemoll fühlt,
War doo noch streita mächte,
Dar hoot verspielt.

Dan werd a uff derr Stelle
Verkloan, dar Moan.
A muuß uff olle Fälle,
Recht muuß a hoan!

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Du Lerge

In jeder Stadt, an jedem Ort
da gibt es zweifellos ein Wort,
an dem man, wenn man´s einmal nennt,
den Eingeborenen erkennt!
In Breslau um a Gabeljerge*
da gab es die berühmte "Lerge".
"Du tälsche Lerge" das hat seinen Sinn,
"Mensch Lerge" da liegt Musicke drin!
"Du arme Lerge", bei Kummer und Schmerzen,
"Du feezige Lerge", bei Lachen und Scherzen.
Und sind die Kinder noch klein wie Zwerge,
das Erste und Letzte ist immer "Du Lerge".


Beim Kascheln, beim Schippeln, beim Fangen, beim Titschern,
überall hört man´s "Du Lerge" zwitschern.
Ob labrig, ob feezig, das ist doch ganz egal,
die "Breslauer Lerge" die ist universal.


Die Lerge ist im Grunde unbeschreiblich
dem "die" zur Folge, wär die Lerge weiblich,
doch kann "sie" grad so gut ein Mann sein,
"sie" kann ein Tier, ein Ding, ein Drum und Dran sein.


Autor unbekannt

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Schicksal der Heimatvertriebenen
 
Is gieht heut monchem herzlich schlecht
Ei insem deutscha Reiche.
Is Schicksoal noahm ins - , wie der Hecht
Die Fischla schnoppt eim Teiche.
Meer hoan verspielt, meer sein pankroot,
Die Korre leit eim Lehme,
Und ins -, du ollerliebster Goot,
Noahms goar noch is – Derrheeme.
Merr sitza ei derr Fremde rimm
Zur Loast ferr inse Brüder,
Die schieln ins oan -, holb dutt, holb schlimm
Und denka: gitt ock wieder.
Merr mächta ju, merr gänga glei,
Merr packta uff der Stelle,
Is läßt ins ock kee Mensch nich nei
Zu inser eegna Schwelle.
Merr sein vertrieba, sein verjoat,
Is Schicksal ies gekumma
Und woas merr hoan amoll gehoat,
Doas wurde ins genumma. –
Nu sitzt merr doo und wissa nich,
Wuhien merr ins sulln wenda.
Du liebe Nut, ´s is ferchterlich,
Wie wird doas Ding noch enda.
Und doch – merr haln a Nacka steif,
Maags brecha oder biega,
Zum Sterba sein merr noch nich reif
Ins koan nichts underkriega.
Wenn moncher oo verächtlich schielt
Uff inse treuge Schniete,
Nich mir bluß hoan a Krieg verspielt,
Nee – oo die andern miete.
Mir laba noch und sein mobil
Und wulln noch längst nich nunder,
Und war doas nich begreifa will,
Rutsch ins a Puckel runder.
Ormsälich gieht´s ins freilich hier,
Doch brauch merr ins nich schama,
Und – doß merr Deutsche sein wie ihr,
Doas loon merr ins – nich nahma.
 
                        Ernst Schenke

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Erinnerung an mein liebes Schlesierland

Ich sitz versunken in Gedanken in meiner Klause still allein,
möchte mit dem Sonnstrahl` dem blanken recht schnell in meiner Heimat sein.

Der Krieg ist aus; aus tausend Wunden liegt blutend da mein Vaterland,
ich aber denk` in allen Stunden an Schlesien, an den Oderstrand.

Auch ich mußt' mein Heimatland verlassen, mußt’ fort vom alten Vaterhaus,
ich kann es immer noch nicht fassen, man wies` uns aus der Heimat aus.

Ich denke oft an Schlesiens Berge und an die schönen Täler all,
dort, wo im Geisterreich der Zwerge, sein Zepter schwingt Geist Rübezahl.

Dann denk ich an die grünen Wälder, den alten Zobten grau und blau,
der uns gedient als Wettermelder, an Hirschberg und an Schreiberhau.
An Görlitz mit der Landeskrone, an Grünberg mit dem gold`nen Wein,
an Bunzlau mit dem guten Tone, an Laubans Taschentücher fein.

In Neusalz spann man feste Zwirne und Sagans Tuche war’n bekannt,
in Glogau gab`s von Äpfeln, Birnen `nen guten Most vom Oderstrand.

Auch Sprottau und Lüben möcht` ich nennen, Fraustadt, dann den Schlesiersee,
Steinau und Wohlau muß man kennen, Bad Trebnitz mit der Hedwigshöh’.

Im lieben Oels möcht’ ich bestaunen das Schloß als Bauwerk wohlbestellt,
dabei hör ich die Sage raunen vom Herzog Oels, dem tapfern Held.

Die Oelser und die Festenberger Möbel, die wünschen wir uns jetzt herbei.
Von Militsch, Goschütz, Grabownitze, den Karpfen, Hecht und auch den Schlei.

In Haynau möcht’ ich wieder weilen, in Liegnitz gar zu gerne sein,
zur Stadt der Gurken möchte ich eilen, möchte essen von den Bomben fein.

Das alte Goldberg will ich grüßen und Jauer mit den Würstchen klein,
auch Schweidnitz mit dem Schöps, dem Süßen, und Striegau mit dem Bruch von Stein.

Bad Salzbrunn möcht’ ich wiedersehen, mein Waldenburg und Landeshut,
möchte in Neurode wieder stehen, in Glatz, wo blüht die Rose gut.
Möcht’ wieder einmal Kroatzbeere trinken und Schüttenkümmel als Likör,
dem alten Schlegel möcht’ ich winken, der stellte diese Sachen her.

Von Langenbielau zeugt sein Leinen und Nickel gab’s in Frankenstein,
in Strehlen machte man aus Steinen die Würfel fein.
Auch Münsterberg sei nicht vergessen, Gemüse man da konserviert,
in Wartha konnt’ man Kuchen essen, den man mit Honig fabriziert.

In Reichenbach gab’s große Werke, in Ohlau rühmt man Gänsebrust,
in Neisse höre zu und merke, gab es Konfekt, es war ’ne Lust.
In Oppeln sah man eifrig schaffen, das gleiche war in Brieg der Fall,
und Cosel mit dem Oderhafen ist sehr bekannt doch überall.

Jetzt muß ich Beuthen, Gleiwitz preisen, auch Hindenburg gehört dazu,
wo man die Kohle und das Eisen zu Tage fördert ohne Ruh’.
Bei Ratibor begann die Grenze, bei Neustadt war es ebenso,
ich wünsch’, daß weiterhin erglänze der Annaberg so stolz und froh. 

Nun grüße ich in Schlesiens Kleide die Perlen von den Bädern all,
Kudowa, Reinerz und Altheide, Bad Warmbrunn noch auf jeden Fall.

Noch weiter gehen die Gedanken nach Silberberg und Wölfelsgrund,
wo die Forellen, die silberblanken, Dir schmeckten gut zu jeder Stund.
Ich denke an Schlesiens Metropole, an dich mein altes Breslau lieb,
mit deiner Oder, deiner Ohle, und glaub’ daß es nichts Schön’res gibt.
 

Mein Schlesien, Heimat meiner Lieben, dein denk ich bis zur letzten Stund,
bis es mal heißt, nun wird geschieden von diesem alten Erdengrund.
Dann will ich still von dannen gehen, doch eine Bitte schließ’ ich ein:
Noch einmal möcht’ ich Schlesien sehen und möchte dort begraben sein
.

TTTTTTTTTTTTTTTTTT   (Autor unbekannt, ohne Datum.

Zusätze aus anderen Abschriften:

...wo blüht die Rose gut.

Und Silberberg, die Feste am Sudetenland, mit weitem, schönen Blick.

Oh, Alter Fritz mit deinem Krückstock, kehrst du noch mal zu uns zurück?
Die Zeit der alten Feste, sie bleibt auf ewig unvergessen,
der Alte Fritz und Ziethen, „kommandier Er“, „aufgesessen“!

...der Annaberg so stolz und froh.

Groß Strehlitz kommt jetzt an die Reihe, Burg Tost hat Eichendorff gekannt,
als Dichter gab er ihr die Weihe, macht sie bekannt im ganzen Land.

...Bad Warmbrunn auch auf jeden Fall.
(folgender Abs. fehlt  oder ist mit Heuscheuer anders beschrieben beim “Schlesierbund“)

Doch weiter gehen die Gedanken zur Heuscheuer und nach Wölfelsgrund,
wo die Forellen silbern blinken, die schmeckten gut zu jeder Stund.

Und Schlesiens Zuckerindustrie? Ihr Leut', wer würde die nicht kennen,
„Is mer nie meeglich“, mecht ma sprechen und mechte herzzerbrechend flennen.

(Fotokopie obigen Gedichts in Schönschrift DIN A3 vorhanden, (Kalligraphie) mit Wappen von:
Breslau, Hirschberg, Schweidnitz, Liegnitz, Oppeln, Glatz, Beuthen, Görlitz)

 


 
Patenschaft der Stadt Wetzlar für das Ostdeutsche Lied

Um das Liedgut der einst deutschen Siedlungsgebiete im Osten zu erhalten, zu pflegen und neu zu beleben, hat die Stadt Wetzlar auf Anregung des heimatvertriebenen Musikpädagogen und Volkskundlers Edgar Hobinka im Jahr 1962 eine Patenschaft für das Ostdeutsche Lied übernommen. Diese Patenschaft verfolgt die nachstehenden Ziele:

 

·   Verbreitung der Lieder aus den ehemaligen ostdeutschen Sprachgebieten und Unterrichtung über ihre Herkunft, ihren Ursprung und ihr Schicksal durch Publikationen und Öffentlichkeitsarbeit,

·   Unterstützung von Chören, Instrumentalgruppen und Solisten, die sich dem Ostdeutschen Lied generell oder zu einem besonderen Anlass widmen, durch Überlassung von Notenmaterial,

·   Bereitstellung der archivierten Materialien für publizistische und wissenschaftliche Zwecke, auch für Examensarbeiten,

·   Hilfe bei der Suche nach Liedern, von denen nur noch Textanfänge bekannt sind,

·   Unterstützung bei der Suche nach mehrstimmigen Sätzen, Klavier- oder anderen Instrumentalbegleitungen zu  bestimmten Liedern, soweit sie im Archiv vorliegen.

 

Das Archiv verfügt über ca. 1.600 Liederbücher und Liederblätter. Die Liedsuchdatei, die nach Liedanfängen aufgebaut ist, umfasst ca. 63.000 Liedtiteleinträge (ein Teil der Lieder ist mit unterschiedlicher Bearbeitung mehrfach  eingetragen). Anhand dieser Datei können Anfragen nach Liedtiteln, Liedtexten, Komponisten, Textdichtern, Herkunft der Lieder usw. schnell beantwortet werden. Die Dienstleistungen des Archivs sind unentgeltlich und stehen jedem Interessenten zur Verfügung. Von der Patenschaftsstelle wurden Liederbücher und Tonträger mit ostdeutschem Liedgut herausgegeben.

 

Betreuer der Liedpatenschaft ist Gerhard König.

 

Die Kontaktadresse lautet:

Patenschaft für das Ostdeutsche Lied

Hauser Gasse 17

35573 Wetzlar

Tel.: 0 64 41 / 99-90 61

Fax: 0 64 41 / 99-90 64

 

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Forschungsstelle für fränkische Volksmusik
 
Forschungsstelle für fränkische Volksmusikerforscht frühere und heutige Erscheinungsformen der Volksmusik. Sie sammelt, ordnet, interpretiert und archiviert Lieder, Instrumentalnoten, Tonträger und Musikinstrumente und unterhält eines der größten Archive für historische Gebrauchsmusik in Bayern. Die Ergebnisse der Forschungen werden in einer eigenen Veröffentlichungsreihe oder in Zusammenarbeit mit anderen Institutionen in Bayern publiziert.Die
Die Forschungsstelle ist eine gemeinsame Einrichtung der Bezirke Ober-, Mittel- und Unterfranken.
 
Anschrift:
Forschungsstelle für fränkische Volksmusik
der Bezirke Mittel-, Ober- und Unterfranken
Leiter: Dr. Armin Griebel
Schloßstraße 3
97215 Uffenheim
Tel.: 09842 - 93 694 90
Fax: 09842 - 93 694 99
 
 

 

 

 

 

 
 

 

 

 

 
   

 

 

 

 

 
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