Heimattreffen                        

 

  • Wallfahrten nach Rulle bei Osnabrück          (in Vorbereitung)
  • Erster Besuch von Erzpriester Gloger im Kreis Osnabrück im Jahr 1947
  • Aufruf zum Heimattreffen Kirchspiel Weigelsdorf 1986 in Glandorf
  • Erstes Heimattreffen des Kirchspiels Weigelsdorf in Glandorf, im Jahr 1986

  • Patengemeinde Glandorf
  • Patenschaft, Patenschaftsurkunde
  • Heimattreffen des Kirchspiels Weigelsdorf am 25. September 2004

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Erster Besuch von Erzpriester Gloger in Hilter T.W., Kreis Osnabrück, im Jahr 1947

 Mein Traum      (Gedicht meiner Mutter vom 6. Mai. 1947)

Nach Schlesien sind meine Gedanken geeilt,

im Elternhaus haben sie lange geweilt.

Dann wanderten sie zum Garten hinaus.

Es war alles noch so – der Teich – das Bienenhaus!

Ringsum die Felder – die weite Flur –

Der Wald – die Berge – das eine nur: -

Die Menschen, die Sprache war fremd und nicht fein.

Wo war ich den bloß, ich war doch daheim?

Vergeblich suchte ich meine Lieben.

Wo waren sie denn nur alle geblieben?

Mir wurde plötzlich so angst und so bang.

Betrübt ging ich die Straße entlang.

Durch Ober- und Niederkunzendorf ging ich hin,

auf einmal – ganz froh wurde mein Sinn.

Ich eilte die Stufen zur Kirche hinauf,

denn heut` müßte doch Maiandacht sein.

 

Dort wollt ich die Mutter Gottes in schlesischen Liedern verehren

und noch einmal eine schöne Predigt des Herrn Erzpriesters hören,

wollt der Muttergottes all meine Bitten zu Füßen legen

und mir erbitten von ihr den Muttersegen.

Doch unser Herr Erzpriester stand gar nicht am Altar

und brachte unsere Bitten der Maienkönigin dar.

Kein deutsches Lied vom Chore erklang,

kein deutsches Wort an meine Ohren drang..

Mir wurde so bang, konnte es fassen kaum, -

Da wachte ich auf – es war alles nur ein Traum. –

 

Und wie ich über den Traum noch nachgedacht,

da kam der Alfons angelacht,

sagt, daß in Erfüllung gehe unser aller Wunsch,

der Herr Erzpriester käme nun wirklich auch zu uns,

will weilen in seiner Pfarrkinder Mitten,

will zur Mutter Gottes tragen all unsere Bitten,

damit wir nochmals zurückkehren in das Land,

wo unser aller Wiege stand.

 

Wir begrüßen den Herrn Erzpriester heut in unserer Mitte

Und haben die eine große Bitte,

daß er uns führe an seiner Hand

zurück in unser geliebtes Schlesierland.

  

 

Dies schrieb meine Mutter Emma Eckwert aus Oberkunzendorf

am 6. Mai 1947

[P1] 

 


[P1]Anlaß für dieses Gedicht war der erste Besuch nach der Vertreibung unseres Heimatpfarrers Erzpriester Gloger  in Hilter T.W., Kr. Osnabrück, wo mehrere Familien aus dem Kirchsprengel Weigelsdorf, die mit dem 1. Transport am 18. April 1946 von den Polen vertrieben wurden, eine Bleibe gefunden hatten.

Danach besuchte er seine anderen „Schäflein“ in Glandorf, Kr. Osnabrück, später auch seine Landsleute aus Eichau, die nach der Vertreibung nach Ostfriesland gekommen waren.

 

Dieser Besuch anläßlich seiner ersten Rundreise im Kreis Osnabrück war das „erste kleine Heimattreffen 1947“ für unsere Gemeinde.

 

Unser Pfarrer, Erzpriester Gloger, wurde im August 1946 aus seiner Pfarrgemeinde Weigelsdorf, mit dem sogenannten 2. Transport, nach Braunschweig-Mascherode vertrieben

Dort bekam er eine Stelle als Diasporaseelsorger und mußte mehrere Gemeinden betreuen, anfangs zu Fuß, dann mit dem Fahrrad. Oft feierte er das Meßopfer in seinem Zimmer.

Seine Haushälterin, Frau Seipelt, wohnte ein paar Straßen weiter und betreute ihn.

 

Später wurde in Braunschweig-Mascherode eine Kirche gebaut. Dort wirkte unser Erzpriester Gloger bis zu seinem Tode am 3.11.1954 und wurde in Braunschweig beerdigt.


 

Aufruf zum Heimattreffen Kirchspiel Weigelsdorf 1986 in Glandorf von Rudolf Pelz

Aus „Frankenstein-Münsterberger Heimatblatt Nr. 1/1986, Seite 3.

 

Wenn sich am 27. und 28. September 1986 die Heimatfreunde aus Weigelsdorf, Nieder und Oberkunzendorf in Glandorf treffen, so geschieht dies hauptsächlich zur Erinnerung an das schwere Schicksal, das sie mit Millionen anderer aus dem deutschen Osten vor vierzig Jahren erlitten. ....

....

Im Rückblick auf das Jahr 1985 können wir feststellen, dass sich auch bei uns etwas bewegt hat. Wie Ihnen bekannt ist, hat sich im August in Glandorf auf Initiative unsere Heimatfreundes Josef Tobias aus Eichau ein vorläufiger Heimatausschuß gebildet. Ziel und Aufgabe ist es, 1986 ein Heimattreffen für die Vertriebenen aus dem Kirchspiel Weigelsdorf durchzuführen. Die Vorbereitungen gehen gut voran.

Das Buß- und Bettags-Treffen in Glandorf war für alle eine freudige Überraschung. Beweist es doch, dass das Interesse an Treffen und Wiedersehen sehr groß ist. Sinn und Zweck soll es u. a. auch sein, dass die Gemeinde Glandorf die Patenschaft für das ehemalige Kirchspiel Weigelsdorf übernimmt. Hierbei geht es uns nicht nur um materielle Zuwendung, sondern auch um die ideelle Unterstützung.

 

In der Gemeinde Glandorf, besser in der Gemeindeverwaltung, soll ein Zentralarchiv in bescheidenem Umfang über die Gemeinden Weigelsdorf, Nieder- und Oberkunzendorf; Münchhof und eventuell Schönharte geführt werden, so dass sich auch spätere Generationen, wenn erforderlich eingehende Auskünfte über ihre Vorfahren und ihre Heimat holen können.

 

Mit diesem Patenschaftsansinnen sind wir zwar Nachzügler (Patenschaften dieser Art wurden besonders in den 50er und 60er Jahren geschlossen), aber das soll uns nicht daran hindern, auch für unsere Heimat und ihrem Gedenken so zu handeln, damit wir uns vor der Geschichte nicht zu schämen brauchen. Wie ich beim Buß- und Bettag-Treffen ausgeführt habe, „kann sich eine Dorfgemeinschaft wie die unsere nicht einfach von der Geschichte abmelden und im geschichtlichen Nirwana verschwinden“.

 

Wenn ich die kleine Gemeinde Eichau, die ja auch zu unserem Kirchspiel gehörte, hier nicht erwähne, so deshalb, weil diese kleine Dorfgemeinschaft seit Jahrzehnten alle zwei Jahre ein Heimattreffen durchführt, abwechseln in Ostfriesland und im süddeutschen Raum.

 

In dieser Beziehung war es unser Nachteil, dass unser hochverehrter Erzpriester Alfons Gloger allzu früh verstorben ist. Aus Beispielen anderer Gemeinden, auch im Kreis Frankenstein, sind die Pfarrer und Lehrer die Motoren für Heimattreffen und organisatorischen Zusammenhalt ihrer Gemeinde gewesen.

Wie Sie aus der Personalliste des Heimatausschusses ersehen können, haben sich Heimatfreunde aus dem Osnabrücker, Braunschweiger und Seesener Raum bereiterklärt, hier aktiv mitzuwirken.

Da bei weitem nicht alle Heimatfreunde Bezieher unseres Heimatblattes und auch nicht in der Heimatortskartei erfaßt sind, ist es erforderlich, dass nach dem sogenannten „Schneeballsystem“ unsere Heimatfreunde informiert und zur Teilnahme an unserem Treffen aufgerufen werden. Dies ist z. T. schon geschehen, und wir bitten Sie weiterhin um tatkräftige Unterstützung.

Josef Tobias und seine Frau Hedwig, geb. Gubert, führen die Heimatortskartei, und wir möchten Sie recht herzlich bitten, Ihre Anschriften und die Ihrer Familienangehörigen, Freunden und Bekannten, soweit nicht schon geschehen und geführt, mitzuteilen. Wenn dies umgehen geschehen könnte, würden Sie entscheidend mit zu einem erfolgreichen Organisationsablauf beitragen.

 

Es ist vorgesehen, alle Heimatfreunde in wenigstens zwei Rundschreiben anzusprechen. Dabei müssen dem Heimatausschuß rechtzeitig Anmeldungen und Übernachtungswünsche mitgeteilt werden. Unsere Heimatfreunde im Raum Osnabrück haben sich bereit erklärt, ausreichend Übernachtungsmöglichkeiten zu organisieren und anzubieten.

 

Liebe Heimatfreunde, wir rufen Euch auf, folgt unseren Bitten und unterstützt den Heimatausschuß, damit wir am 27. und 28. September 1986 ein gutes und erfolgreiches Wiedersehen, zum Teil nach 40 Jahren, begehen können, bei dem unsere schlesische Gemütlichkeit und Lebensart nicht zu kurz kommen sollen und wir auch gegenüber den Bürgern Glandorfs ein Zeugnis unseres Zusammengehörigkeitsgefühls und der Heimattreue geben.

 

                                                                                                Rudolf Pelz



Erstes Heimattreffen der früheren Bewohner des Kirchspiels Weigelsdorf
am 27. und 28. September 1986 in Glandorf
mit Festakt zur Übernahme der Patenschaft durch die Gemeinde Glandorf

 

Samstag, 27. September 1986

ab 19.30 Uhr

Weigelsdorfer Heimatabend mit heimatlichem Programm und Tanz für Jung und Alt

Sonntag, 28. September 1986

9.00 Uhr

Kranzniederlegung am Ehrenmal der Gemeinde Glandorf für die gefallenen, vermißten und verstorbenen Angehörigen unserer Heimatgemeinde

9.30 Uhr

Festgottesdienst mit unserem Heimatkreissprecher, Dechant a.D. Rudolf Kurnoth in der St. Johannis-Pfarrkirche Glandorf

11.00 Uhr

Festakt mit Patenschaftsübernahme der Gemeinde Glandorf

im Saale Herbermann

 

 

 

Grußworte vom Vorsitzenden des Heimatausschusses Rudolf Pelz

 

Liebe Heimatfreunde, herzlich willkommen in Glandorf!

 

Ich möchte Ihnen allen für Ihr Kommen recht herzlich danken. Der Heimatausschuss ist erfreut, dass der Aufruf zu diesem Treffen so erfolgreich war. Dies beweist, dass uns der Heimatgedanke auch noch nach 40 Jahren miteinander verbindet.

 

Der Heimatausschuss hat sich beste Mühe gegeben, diese Stunden des Wiedersehens zu einem denkwürdigen Ereignis werden zu lassen.

Lassen Sie mich zunächst ein Wort des Dankes an die Mitglieder des Heimatausschusses richten, die durch eine enorme Einsatzbereitschaft zu diesem Gelingen beitrugen. Was hier an Zeit, Arbeit, und nicht zu vergessen, finanziellem Aufwand erbracht wurde, führte letztendlich zu unserem heutigen Treffen.

Am 24. August 1985 kamen wir das erste Mal zusammen, und es war schon begeisternd, wie die Teilnehmer dieser ersten Zusammenkunft einhellig der Überzeugung waren, dass nach 40 Jahren auch bei uns etwas geschehen müsse, um nicht sozusagen von der geschichtlichen Bildfläche zu verschwinden.

Diese heutige Treffen geschieht zum Gedenken an die 40-jährige Vertreibung, zum besseren Kennenlernen nach so langer Zeit und zur Vertiefung bestehender sowie Anknüpfung neuer Kontakte.

In meinem Rundschreiben an Sie, in unserem Heimatblatt, sowie in der Ansprache am Buß- und Bettagstreffen habe ich zu den uns bewegenden Fragen, bezogen auf die heutige Zeit, eingehen Stellung genommen. Deshalb möchte ich diese Probleme hier nicht weiter erläutern.

Unser größter Erfolg besteht darin, dass die Gemeinde Glandorf für das Kirchspiel Weigelsdorf die Patenschaft übernimmt. Dies ist besonders beachtenswert in einer Zeit, in der bereits bestehende Patenschaften durch politische Veränderungen von den Patengmeinden aufgekündigt werden.

Unser besonderer Dank gilt hier dem Rat und dem Bürgermeister, sowie dem Gemeindedirktor der Gemeinde Glandorf.

Heimatfreunde, diese Patenschaftsübernahme im Jahr 1986 für eine schlesische Gemeinde hat in der interessierten Öffentlichkeit große Beachtung gefunden.

Für uns alle bedeutet die Verbundenheit zu unserer geschichtlichen Herkunft an die nachfolgenden Gernerationen weiterzugeben.

Ich wünsche uns allen recht frohe, aber auch besinnliche Stunden hier in Glandorf.

 

Mit heimatlichen Grüßen Ihr Rudolf Pelz

 

 


 

 

Artikel in der Osnabrücker Zeitung vom 29.09.1986
 

 

 

 

 

 

Beim Festakt zur Übernahme der Patenschaft des Kirchspiels Weigelsdorf durch die

Gemeinde Glandorf wurden die Verdienste der Vertriebenen ausdrücklich gewürdigt.

Das Foto zeigt (v.l.n.r.) den Vorsitzenden des Heimatausschusses Rudi Pelz,

den Heimatkreissprecher Prälat Kurnoth,

den Festredner Prof. Münch (MdEP) und

den Bürgermeister Lefken.

 

 

Die Patenschaft besiegelt

Treffen der Weigelsdorfer und Festakt in Glandorf

 

Im Rahmen eines Festaktes hat die Gemeinde Glandorf gestern offiziell die Patenschaft für die Vertriebenen des ehemaligen Kirchspiels Weigelsdorf übernommen. Bürgermeister Josef Lefken überreichte dazu eine Urkunde an den Vorsitzenden des Heimatausschusses, Rudolf Pelz (Wildeshausen).

 

Der Dank an die Gemeinde für die Übernahme der Patenschaft prägte die Grußworte einer Reihe von Ehrengästen, unter anderem von Landrat Josef Tegeler. Vorsitzender Pelz bedankte sich ebenfalls bei der Gemeinde, die nach seinen Worten „Hort und Anlaufstelle“ für ein Heimatarchiv der Weigelsdorfer werden soll. Bürgermeister Lefken betonte, die Vertriebenen seien heute voll integrierte Bürger der Gemeinde. Deren leidvolle Vergangenheit dürfe aber nicht vergessen werden.

 

Prof. Dr. Werner Münch (Lohne) nannte in der Festrede zum Thema „Frieden und Freiheit“ Zusammenkünfte wie das Treffen der Weigelsdorfer und ihr Bekenntnis zur Heimat ein „selbstverständliches Recht“. „Jedes einzelne Treffen der Vertriebenen bekundet vor aller Welt, dass der Vorwurf des Revanchismus völlig an den Tatsachen vorbeigeht“, führte der Europaabgeordnete aus.

 

Münch wies auf eine nach seinen Worten bedenkliche Entwicklung hin: „Heute ist die Mehrzahl von Patenschaften von Städten und Kreisen der Bundesrepublik mit Städten und Kreisen Ostdeutschlands in Gefahr geraten.“ Diese in den fünfziger Jahren gegründeten Patenschaften wollten nicht mehr ganz in die politische Landschaft passen, bemerkte der CDU-Politiker und stellte fest: „Patenschaften mit Städten in Nicaragua oder auf Kuba können die Patenschaften mit Städten in Schlesien nicht ersetzen.“

 

Die Wiedervereinigung – so Münch – liege im vitalen Interesse Europas und dürfe nicht „auf die lange Bank der Weltgeschichte geschoben werden“. Und im politischen Alltag müsse man damit aufhören, Westeuropa und die Europäische Gemeinschaft mit Europa schlechthin gleichzusetzen, denn: „Zu Europa gehören eben auch die Völker Mittel- und Osteuropas.“

 

Erstmals vorgestellt wurde während der Veranstaltung ein neues Wappen des Kirchspiels Weigelsdorf, das der Künstler Wolfgang Weiß geschaffen hat. Es zeigt unter anderem den schlesischen Adler, sieben Ähren (für die sieben Dörfer des Kirchspiels) und den heiligen Bartholomäus, der Schutzpatron des Kirchspiels war. Der Künstler, der jetzt in Osnabrück lebt, stammt ebenfalls aus einem Dorf des Kirchspiels (aus Oberkunzendorf).

 

 

 

 

Patengemeinde Glandorf  -  Patenschaft, Patenschaftsurkunde

 

 

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Heimattreffen des Kirchspiels Weigelsdorf am 25. September 2004
in der Patengemeinde Glandorf, Kreis Osnabrück

Festgottesdienst in der kath. Pfarrkirche St. Johannis


 

Meine Fotos vom Heimattreffen am 25. September 2004 in Glandorf:

Bronzetafel zum Gedenken an die Vertreibung
aus unserer Heimat Schlesien im Jahr 1946

 

  

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Gedenkstein in Glandorf am Glandorfer Thie
mit Gedenktafel über die Vertreibung im Jahr 1946

 


             Totengedenken
an der
 Gedenktafel in Glandorf
         über die Vertreibung 

Polnische Delegation bei der Totenehrung                  

mit Pfarrer Wojcik aus Weigelsdorf,
den Bürgermeistern von Ober- und Niederkunzendorf, Herren Tabor und Sierka, 

sowie der Dolmetscherin Dana Wenzel aus Kattowitz
an der Gedenktafel in Glandorf in Anwesenheit der Teilnehmer am Heimattreffen. 

 


 

 

 

 

 

        

  

 

 

 

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