• Münsterberg - unsere Heimatstadt
  • Münsterberg - historisch von Bedeutung - von Leo Schiller
  • Bilder von Münsterberg
  • Bericht von Doris Minale

Münsterberg  -  unsere Heimatstadt

Münsterberg     (ca. 9.000 Einwohner)
(bis 1. Oktober 1932 unsere Kreisstadt)

Unsere nächste Stadt heißt Münsterberg, liegt etwa 7 km vom Kirchspiel Weigelsdorf entfernt.
Der Ort Oberkunzendorf liegt etwa 3 km Luftlinie von Münsterberg entfernt.
Im Sommer konnten wir auf Feldwegen per Fahrrad schnell zum Einkaufen in die Stadt fahren.
....


 

Rathaus in Münsterberg
im Hintergrund das St. Georgsmünster 

Zeichnung von Wolfgang Weiß 
aus Oberkunzendorf  

  Von der Ballustrade des Rathaus-Turmes aus gewinnt man einen hervorragenden Blick über die Stadt mit ihren baulichen Sehenswürdigkeiten sowie über die weite Landschaft.

Eine Aufschrift im Turminneren erinnert daran, daß die heimatvertriebenen Münsterberger die Reparatur der Turmuhr bezahlten. Konnten sie nicht ertragen, daß die Zeit stehen geblieben war? Eigentlich wäre das ein Hinweis auf manche Unstimmigkeiten gewesen. 

 

Ansichtskarte der Stadt Münsterberg in Schlesien 
                         (jetzt poln. Ziebice)
-----------------------------------------------------------------------Rathaus am Großen Ring
Patschkauer Tor 

"Kleiner Ring" mit Anlage
= ( (((früher Marktplatz)  

Schulen
Banken/Sparkassen
Gericht
Fabriken: 
Tonfabrik, Zuckerfabrik, Gemüse- und Konservenfabrik Seidel, .......

Brauereien  
 

 "Großer Ring" mit vielen Geschäften  
  

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Zeppelin über Münsterberg



 

 

 

 

St. Georgs-Münster

Münster mit Chorschule

Krankenhaus der Elisabethinerinnen
kurz "Kreuz" genannt 
(im Zweiten Weltkrieg Reservelazarett)  

Bahnhof in Münsterberg - Vordere Seite 

- Vordere Seite  

Bahnhof Münsterberg -
Hintere Seite mit Geleisen

 


      Das Patschkauer Tor  -  von Leo Schiller aus Patschkau

 (Quelle: Heimatzeitschrift "Patschkauer Dohle" Nr. 169, Ostern 2003)

 

Das Patschkauer Tor als südlicher Eingang in die Stadt, ein von fünf Toren,
gehört zu den Resten des Verteidigungssystems, das die Vorfahren der Münsterberger 1336 errichteten
.


  


Patschkauer Tor

 



Seitdem diese historische Aufnahme entstanden ist, hat sich viel verändert. Am Orteingang steht nun „Ziebice“ statt Münsterberg und aus der Patschkauer Straße ist die Ulica Paczkowska geworden. Die langen Efeuranken am Turm sind verschwunden und die Autos werden an dem Tor vorbeigeleitet.

Sein jahrhundertealtes Wappen hat die Stadt allerdings behalten. Es zeigt in Blau auf grünem Dreiberg zwischen zwei silbernen Zinnentürmen einen höheren silbernen Turm mit großer Fensterrose und goldenem Kreuz auf seinem spitzen Dache. Im offenen Tore desselben schwebt ein schwarzer Adler, über den Zinnen der Seitentürme rechts ein steigender silberner Halbmond (Hinweis auf die damalige Türkengefahr), links ein silberner Stern.

 

 

Münsterberg  -  historisch von Bedeutung  -  von Leo Schiller

Von Patschkau mit dem PKW kommend, erreicht man über Neuhaus – Liebenau – Bärdorf nach nur 20 km die ehemalige Residenz – später Kreisstadt Münsterberg.

Bei der Einfahrt grüßt schon der 1491 erbaute Patschkauer Torturm, durch dessen Tor man früher geradewegs auf das Rathaus am Mittel-Ring zufuhr. Auch heute noch empfiehlt sich ein Besuch der Stadt, denn abgesehen von den interessanten Bauwerken (u.a. Rathaus, Münster, Giebelhäuser am Ring), lohnt auch der Besuch des im Rathaus untergebrachten Museums und der Aufstieg auf den Rathausturm. Im Ratskeller kann man gut speisen und um den Ring gemütlich flanieren. Wer sich in der heimatlichen Geschichte auskennt, der weiß auch welche Bedeutung der Herzog von Münsterberg für das naheliegende Patschkau im Mittelalter hatte.

 

Im Heimatbrief der Katholiken des Erzbistums Breslau (1/85) schreibt Hans Wegmann über die Stadt:

’Münsterberg im Kreis Frankenstein, 58 km südlich von Breslau am Oberlauf der Ohle gelegen und von der Bahnstrecke Breslau – Kamenz – Glatz – Mittelwalde berührt, war mit seinen rund 9.000 Einwohnern eine Kleinstadt unter den schlesischen Städten.

Führt man sich allerdings die historisch bedeutsamen Orte Schlesiens vor Augen, dann steht Münsterberg unter den ersten. 1234 trägt Münsterberg noch den slawischen Namen „Sambice“, 1253 wird die Besiedlung zu deutschem Recht ausgesetzt.

 

Urkundlich erstmals erwähnt wird Münsterberg am 1. Februar 1253. Der Name der Stadt lautet 1253 „Münsterberck“, 1268 „Sambiz videlicet Musterberge“, 1282 „Musterberch“, 1385 Monstirberch und von 1428 an in der heutigen Form.

1336 wurde die Stadt mit Mauern umgeben und hatte fünf Tore: das Patschkauer, Neisser, Breslauer, Burg- und Webertor.

 

Vom frühen 14. Jahrhundert an bis ins 18. Jahrhundert war Münsterberg die Hauptstadt eines der schlesischen Teilfürstentümer, zuerst der Piasten, dann der böhmischen Podiebrads und in der Endzeit (17./18. Jahrh.) der habsburgischen Höflinge, der Auerpergs. Münsterberg stand in diesem Zusammenhang in der Reihe mit Breslau, Liegnitz, Brieg, Wohlau, Schweidnitz, Oels, Oppeln und Neiße.

 

          St.-Georgs-Münster

 

Die Pfarrkirche St. Georg, das Münster genannt, war angesichts der späteren Kleinheit der Stadt von äußerster Größe und Repräsentanz, eine im Ansatz zweischiffige Kirche mit einem spätgotischen dreischiffigen Hochchor. Hussitenkrieg und Reformation setzten dem mittelalterlichen Bauwillen wie auch anderenorts ein Ende.

Groß war auch der Marktplatz und der Ring, und an einer der in ihn mündenden Straßen, der Burgstraße, lag ganz zuerst die herzogliche Burg, zerstört im Hussitenkrieg, in dem auch der letzte Piast, Johann, fiel.

 

In der Junkernstraße stand seit 1798 die klassizistische evangelische Kirche auf den Grundmauern des fürstlichen Residenzschlosses der Podibrads, das im Renaissancestil des 16. Jahrhunderts giebelreich die Stadt überragt haben soll

 

Münsterberg muß bedeutend gewesen sein bis zu diesem unglückseligen Hussitenkrieg zwischen 1415 und 1436, dem religiös-nationalen Aufstand der Tschechen gegen ihren deutschen König.

Ein bedeutender Sohn der Stadt, der Theologe Johannes Otto, verließ der beginnenden Unruhen wegen mit den deutschen Professoren und Studenten der Karls-Universität zu Prag und zog mit ihnen nach Leipzig, wo 1409 die vierte Universität auf deutschem Boden begründet wurde, deren erster Rektor eben jener Johannes Otto von Münsterberg war.

 

Zwischen den Hussitenkriegen und der Reformation, ja bis zum 30-jährigen Krieg 1618-1648) erlebte Münsterberg einen tragischen Niedergang. Der Podiebrad Karl verlegte am Anfang des 16. Jahrunderts seinen Hof in die Frankensteiner Burg. Der Name des Fürstentums blieb zwar Münsterberg mit den Weichbildern Münsterberg und Frankenstein, doch verblaßte die Bedeutung der Stadt. Die Söhne Karls traten zur neuen Lehre über, vertrieben die Priester, schlossen die Klöster.

 

Hundert Jahre überwog die neue Glaubensrichtung, bis nach dem Sieg die Kaiserlichen am Anfang des Dreißigjährigen Krieges das Restitutionsedikt von 1629 die Wiederherstellung der einstigen Verhältnisse verlangte. Bald sollten mehr als zwei Drittel der Einwohner Münsterbergs wieder katholisch sein. Zudem dezimierte die Pest von 1633 die Bevölkerung dermaßen, daß noch über Jahrzehnte hinaus über die Hälfte der einstigen Häuser als wüste Stellen zurückblieben. Die Einwohnerzahl von 1648 wurde erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts wieder erreicht.

 

Das 7 km entfernt liegende Zisterzienserkloster Heinrichau erdrückte mit seinem Grundbesitz Münsterberg seit altersher. Jetzt in der Zeit der Wiedererstarkung der Kirche, in der Epoche der Gegenreformation, wurde das Kloster in barocker Manier so großartig umgestaltet und innerlich reformiert, daß dagegen das verfallende Münsterberg ein Schatten blieb. Das große Habsburger Reich hinterließ mit Heinrichau ein Zeichen seiner Universalität

 

Einen kleinen Glanz dieser Zeit bewahrte in Münsterberg die barocke Peter-Paul-Kirche von 1726/30 vor dem Breslauer Tor. Hier durften sich die Kreuzherren mit dem roten Stern wieder niederlassen. Die Kreuzherren waren schon 1282 von Breslau nach Münsterberg gekommen und errichteten neben der Kirche, die im Volksmund „Kreuzkirche“ genannt wurde, auch ein Spital. Durch ihre Liebesarbeit hatten die Kreuzherren eine enge Verbindung mit dem Bürgertum.

Nach der Säkularisation (1810) ließen sich in der Mitte des 19. Jahrhunderts hier die Elisabethanerinnen nieder und erneuerten Kirche und Kloster. Ihre Niederlassung und ihr Krankenhaus bildeten seither ein würdiges katholische Zentrum zum Wohle der Stadt.

Als 1740 die Preußen kamen, machten sie das geschundene Städtchen mit seinen 1700 Einwohnern zu einer königlich-preußischen Immediastadt, später zur Kreisstadt. Friedrich der Große ermöglichte sofort die Errichtung einer evangelischen Kirche, und 1849 kam in die überwiegend katholische Stadt ein evangelisches Lehrerseminar – als Lohn für königstreues Verhalten während der Revolution von 1848, doch was das Verhältnis der Konfessionen untereinander durchaus günstig.

Auch eine große Anzahl Juden zählte einst zur Einwohnerschaft der Stadt. Um die 200 waren es Anfang des 19. Jahrhunderts, so daß man auf einer wüsten Stelle von einst den Bau einer Synagoge ermöglichte sowie einen Friedhof vor der Stadt. Als die Juden das Opfer des von den Nationalsozialisten geschürten Hasses wurden, waren es noch um die 60. Die Münsterberger stehen vor diesem Ereignis unserer Geschichte ebenso sprachlos und betroffen wie wir Deutschen insgesamt.

Eine Garnison brachten die Preußen in die Stadt, doch als die Armee nach 1871 allgemein kaserniert wurde, verließ die Eskardon Grüner Husaren ihre Bürgerquartiere und hinterließ Reitplatz und Reitbahn auf dem Areal des einst untergegangen Minoritenklosters.

Mit der Reichsgründung kam der Aufschwung, ein Wirtschaftswunder im Rahmen der allgemeinen Industrialisierung. Auch Münsterberg erlebte das Phänomen. Es entstanden drei große Fabriken:

·    Die deutschen Ton- und Steinwerkzeugwerke vor dem Patschkauer Tor, ein Werk mit vielen Schornsteinen,     einer eigenen Werkbahn und einem Riesenlager an Röhren und sonstigem Steinzeug,

·    Ferner unmittelbar daneben die Zuckerfabrik

·    sowie am Bahnhof die Konservenfabrik Carl Seidel & Co, letztere die Gründung einer Industrie-Pionier-Familie, deren Mitglieder bis zum Ende höchstes Ansehen in der Bürgerschaft genossen.

 

Es wuchs darum die Bevölkerung in wenigen Jahrzehnten um fast das Dreifache. Münsterberg wurde in seiner Sozialstruktur eine Arbeiterstadt, was man beispielsweise von Frankenstein nicht sagen konnte. Sie blieb es: Eine Stadt der „einfachen Leute“.

Man wurde Handwerker, in den meisten Fällen abhängiger, angelernter oder ungelernter Arbeiter, seit dem Entstehen der Fabriken eben Fabrikarbeiter.

Der „Wohlstand“ saß am Ring oder in seiner unmittelbaren Nähe, die „feinen Leute“ an einigen schönen Stellen der Wallstraße oder am Stadtpark.

Auch wenn das gewerbetreibende Bürgertum bis zum Ende der Weimarer Republik in der überwiegend katholischen Stadt mit der Zentrumspartei die Führung innehatte, war die Sozialdemokratie relativ stark und während der Wirtschaftskrise auch der Kommunismus.

 

Im Frühjahr 1933 erhielten die Nationalsozialisten durchaus keine Mehrheit. Sie nahmen sie sich im April 1933, indem sie Stadtparlament und Bürgermeister vertrieben.

 

Eine herbe Enttäuschung ward in dieser Zeit den Münsterbergern beschert: Der kleine Kreis wurde 1932 aufgelöst und mit der Kreisstadt zum größeren Teil Frankenstein zugeschlagen. Ein zweites Mal in der Geschichte blieb Frankenstein Sieger.

Frankenstein hatte einwohnermäßig Münsterberg überflügelt, lag in der neueren Zeit verkehrsmäßig günstiger und wurde als Rivale empfunden. Die Münsterberger hatten stets einen kleinen Vorbehalt gegenüber Frankenstein.

 

Frankenstein hatte auch ein richtiges Gymnasium, Münsterberg lange nicht. Die wenigen Münsterberger, die das Abitur anstrebten, mußten dies beispielsweise in Neiße, Breslau oder Patschkau ablegen.

Dennoch erwuchsen im 19. Jahrhundert aus der kleinen Bürgerschaft zwei bedeutende Wissenschafter: Der Pathologe Carl Weigert (1845-1904), Professor zu Frankfurt a.M., und Berthold von Kern (1848-1941), Professor am Kaiser-Wilhelm-Institut in Berlin und Inspekteur des Armee-Sanitätswesens.

Erst später traten an die Stelle gehobener Klassen eine staatliche Aufbauschule, die 1925 in das Gebäude des aufgehobenen Lehrerseminars einzog, und 1929 ein städtisches Progymnasium.

 

In der Zeit der wachsenden Prosperität des Bürgertums nach der Reichsgründung, war ein Mann für Münsterberg von großer Bedeutung: der Redakteur Carl Hartmann, von dem viele Initiativen ausgingen, die das bescheidene Örtchen zu dem machten, was es bis zum Schluß blieb; zu einer schönen Stadt.

 

Da war der Stadtpark von 80 Morgen auf den vormaligen Sandbergen und auf dem Galgenberg vor dem Neißer Tor. Auf seiner Höhe stand die Carl-Hartmann-Baude, ein gastronomischer Anziehungspunkt ersten Grades. Hartmann betrieb den Neubau des Rathauses unter Beibehaltung des Turmes im Renaissancestil. Er setzte sich für eine stilgerechte Restauration des backsteinernen Münsters ein und bewegte mit seinem Tun eine Fülle von Veränderungen. Die alte Stadt wurde in dieser Zeit von einer Lindenallee, der Wallstraße, umgeben.

Und wenn die Bürger über sie hinaus nördlich wanderten, gelangten sie in den Stadtwald, in dem die Buche vorherrschte, und schauten von der gemütlichen Stadtwaldlaube hinweg über die Stadt im weiten Tal, hinüber zu den Höhen des Stadtparks und hinweg über die zahlreichen Schornsteine der Fabriken zur Kette der Sudeten, die mit dem Wartha-Reichensteiner Gebirge ca. 30 km entfernt, blau den Horizont begrenzte.

 

Am 7. Mai 1945 besetzten sowjetische Truppen die menschenleere, unzerstörte Stadt, sechs bis sieben tausend Menschen kehrten im Sommer 1945 zurück, 1946/47 mußten sie ihre Stadt verlassen.“

 

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Rathaus und Stadtmuseum  -  Von Leo Schiller  

 

 

               

 

                                                Rathausfenster  
 

Von der Ballustrade des Rathaus-Turmes aus gewinnt man einen hervorragenden Blick über die Stadt mit ihren baulichen Sehenswürdigkeiten sowie über die weite Landschaft.

 

Eine Aufschrift im Turminneren erinnert daran, daß die heimatvertriebenen Münsterberger die Reparatur der Turmuhr bezahlten. Konnten sie nicht ertragen, daß die Zeit stehen geblieben war? Eigentlich wäre das ein Hinweis auf manche Unstimmigkeiten gewesen.

 

Wenn eben möglich, habe ich in den vergangenen Jahren auch Gruppen nach Münsterberg geführt und ihnen neben dem „Münster-Berg“ und dem schön gestalteten „Ring“ das Rathaus-Innere gezeigt. Die Teilnehmer zeigten sich immer sehr beeindruckt. Mit kleinen Gruppen bin ich auch im Rathauskeller eingekehrt. Dort konnte man sich nicht nur durch die üblichen Getränke erfrischen, sondern auch gut und preiswert essen. Also: Auf nach Münsterberg!

 

 Stadtmuseum

 

Wer mit dem PKW nach Patschkau fährt und etwas Zeit mitbringt, sollte das Münsterberger Stadtmuseum im Rathaus besuchen. Es zeigt mit seinen Ausstellungsstücken die ganze Vielfalt des bürgerlichen Lebens der ehemaligen Bewohner dieser Kleinstadt.

 

Am umfangreichsten ist die hauswirtschaftliche Sammlung, in der wirklich alles zu sehen ist, was die Hausfrau brauchte, vom Besteck bis zu den ersten Waschmaschinen; das alles auch in einer qualitativen Vielfalt. Sicher gibt es z.B. nirgends so viele Bügeleisenausführungen wie hier. Feine Tischkultur ist ebenso anzutreffen wie einfache oder erlesene Küchenausstattung. Im Laufe der Jahre wich manchmal die deutsche Aufschrift auf den Vorratsbehältnissen. Statt „Zucker“ liest man dann „Cukier“, statt „Salz“ – „Sόl“

 

Mit einem kompletten Wohnraum im Biedermeierstil präsentiert das Museum das Lebensgefühl feiner Münsterberger im vorletzten Jahrhundert.

 

Gegenstände in feinem Silber sind neben Eßgeräten zu sehen, mit denen man nicht Kartoffeln schälte, sondern Langusten und Krebse mundgerecht vor dem Genuß aufnahm.

 

Mich faszinierten besonders die Handwerkerhumpen der Münsterberger Innungen. Sie stammen aus vergangenen Jahrhunderten und berichten von Stolz der Handwerksmeister in ihren Gilden. Hierzu gehören die hölzernen und metallenen Innungsladen, die Wappen und die schriftlichen Zeugnisse

 

Von vielen Selbstbildnissen in Öl blickt uns großformatig, meist eine Zigarette rauchend, der offenbar sehr erfolgreiche Münsterberger Kunstmaler Langer an, der vermögend geworden, einen Teil der Schätze dieses Museums aus seiner Schatulle bezahlte und stiftete.

Natürlich fehlen auch Waffen nicht. Mittelalterliche Hieb- und Stichwaffen werden in einem besonderen Raum aufbewahrt.

Kuriositäten blicken einen an, Möbel und schmiedeeiserne Arbeiten runden das Bild ab.

Beim Aufstieg aus dem Erdgeschoß in die Ausstellungsräume sollte man auch die alten Wappen der Zünfte und der schlesischen Städte an den Deckengewölben nicht übersehen wie auch die kunstvoll gestalteten Fenster und Wandmalereien.

  

Bild Stadtmuseum einfügen mit folgendem Text:

 

Die Museums-Aufsicht begleitet die Besucher von Raum zu Raum. Leider wechseln die Öffnungszeiten des Museums. Deshalb empfiehlt es sich, die Öffnungszeiten vorher telefonisch zu erfragen: Tel. 0754 – 191-378

 


Münsterberg      Bericht von Doris Minale unter "Kreis Frankenstein"

Münsterberg an der Ohle, 58 km südlich von Breslau gelegen, war bis zur Vertreibung durch die Polen 1945/46 die Heimatstadt von beinahe 10.000 nur deutschen Einwohnern. Wie die meisten schlesischen Städte wurde Münsterberg nach dem Mongolensturm von 1241 in der Mitte des 13. Jahrhunderts als deutsche Stadt gegründet. Es war dort 1234 ein kleiner slawischer Ort "Sambice": erwähnt, der wie das nahe gelegene Kloster Heinrichau von den Mongolen niedergebrannt wurde.
Urkundlich wurde Münsterberg zum ersten Mal am 1.2.1253 genannt, es muß da bereits als deutschrechtliche Stadt bestanden haben. Der Name der Stadt wird dort als "Munsterberck" und 1268 "Sambiz videlicet Munsterberge" erwähnt.

Auch Münsterberg bekam die bekannte Stadtanlage mit gitternetzförmigem Straßennetz und ca. 90 x 160 m großem Ring. Es hatte innerhalb der 1336 nachweisbaren Stadtmauern die beachtliche Fläche von 35 ha.
Fünf Tore waren in der Mauer: das Patschkauer, Neisser, Breslauer, Burg- und Webertor.
Das "Münster auf dem Berge", die Stadtpfarrkirche zu St. Georg, war von 1282 an Kern des Stadtwappens.


Seit 1276 bestand ein St.Peter-Pauls-Hospital, das die Kreuzherren mit dem roten Stern von St. Matthias in Breslau im Jahr 1282 übernahmen. Nach dem Tod Herzog Heinrich IV. von Breslau (dem Minnesänger aus der Heidelberger Liederhandschrift) im Jahr 1290 erbte Bolko 1. von Jauer-ðLöwenberg u.a. Münsterberg und Frankenstein. Er erbaute im Norden der Stadt eine 1300/1301 belegte Burg.

Nach seinem Tod 1301 wurden seine Besitzungen unter seine Söhne aufgeteilt.
Am 22.11.1321 übernahm der Jüngste von ihnen, Bolko II. als Herzog von Münsterberg und so als Begründer der Münsterberger Herzogslinie das Herzogtum. Er schlug in der Burg seine Residenz auf. Münsterberg erhielt durch ihn das Meilenrecht, 1322 das Recht der freien Ratswahl. Er war auch der große Wohltäter von Kloster Heinrichau und wurde nach seinem Tod 1341 in der Klosterkirche Heinrichau beigesetzt.
Der letzte dieser Herzogslinie war der am 27.12.1428 im Kampf gegen die Hussiten gefallene Herzog Johann. Die Burg verfiel.
Münsterberg war mit Frankenstein dann im Besitz der Podiebrad.


Karl 1. verlegte die Residenz in das neu und prächtig erbaute Schloß zu Frankenstein. Die alte Burg in Münsterberg wurde 1488 völlig zerstört. In der Nähe des Neisser Tores war ein neues Schloß erbaut worden, das aber im 18.Jahrhundert verfiel und 1791 abgerissen wurde. Auf den Grundmauern wurde dann im Geiste von C. G. Langhans durch den Bauinspektor Neithard von Gheisenau die ev. Kirche erbaut. Vom Rathaus ans dem 16.Jahrh. ist nur der Rathausturm erhalten.


Das heutige Rathaus wurde 1888-91 erbaut. Von der Stadtbefestigung sind noch Mauerreste und der Patschkauer Torturm erhalten.
Die katholische Pfarrkirche St. Georg, das "Münster auf dem Berge" ist das Wahrzeichen der Stadt. Es erhebt sich wirklich hoch über den anderen Häusern der Stadt. An das neugotische, zweischiffige Langhaus (um 1265/75) wurden im 15.Jahrh. das dichiffige Hochchor und zwei Kapellen angefügt.
Münsterberg war bis 1932 Kreisstadt. Der Kreis wurde im Zuge der Notverordnungen mit dem Kreise Frankenstein zusammengelegt. Kreisstadt wurde Frankenstein.
Münsterberg wurde zur Industriestadt. Es entstanden die großen Anlagen der Deutschen Ton- und Steinzeugwerke, Werke mit europäischer Bedeutung. Zu der bereits bestehenden Zuckerfabrik kommt die weitbekannte Gemüsekonservenfabrik: Carl Seidel & Co. Sie gaben dem Umkreis ein neues Charakteristikum. Überall entstanden ausgedehnte Spargel-, Karotten-, Bohnen- und andere Gemüsefelder.
Gleichsam als Gegengewicht zu den neuen Industriebetrieben wurde auf öden Sandbergen der Stadtpark mit 80 Morgen angelegt. Mit seinen schönen Gartenanlagen, Goldfischteich, Wasserfällen und dem Wasserschloß, ist der Park ein Schmuckstück der zusammen mit den Waldungen die Stadt in den Rang eines Kurortes erhebt Durch die ausgedehnten Waldungen, wie z.B. den Stadtwald führen herrliche Wanderwege bis hin zum Rummelsberg (398 m) oder zu dem 7 km entfernten Kloster Heinrichau.
Münsterberg bekam 1872 Eisenbahnanschluß von Breslau her, der 1873/74 nach Glatz verlängert wurde.
Auf dem Bahnhof an den haltenden Zügen ließ die Stadt für den Fremdenverkehr durch Jugendliche werben, die ein Plakat hielten und sangen

"Besucht das schöne Münsterberg"

 


Informationen über den ehemaligen Kreis Münsterberg finden Sie in dem Buch

“Münsterberger Land“ -- Ein Heimatbuch für Schule und Haus
von Schulrat Kretschmer im Jahr 1931 in Zusammenarbeitmit der
Lehrerschaft des Kreises Münsterberg.
Mitgewirkt hat die Lehrerin Agnes Pelke, Weigelsdorf.
Sie hat sich mit ihren Schilderungen für unser Kirchspiel und den Kreis sehr verdientgemacht.
Noch heute ist sie vielen ehemaligen Schülern in guter Erinnerung.

Druck:Münsterberger Zeitung GmbH in Münsterberg / Schlesien
(
auszuleihen per Fernleihe in jeder städtischen Bücherei) 


 

Wir müssen damit leben, daß am Ortseingang von Münsterberg nun „Ziebice“ steht. 

  

Altkreis Münsterberg

Früher war Münsterberg unsere Kreisstadt. Erst am 1. Oktober 1932 wurde der Kreis Münsterberg mit dem Kreis Frankenstein zusammengelegt.

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Die Landräte des Kreises Münsterberg

  1. Ernst Wilhelm von Eckwricht auf Tschammerhof (11741-1767
  2. Georg Friedrich von Wentzky auf Bärwalde (1767-1779)
  3. Freiherr von Gaffron auf Kunern (1779-1803)
  4. Ernst Friedrich von Wentzky auf Bärwalde (1804-1848)
  5. Eduard Schwenzner (1848-1865)
  6. Regierungsassessor Freiherr von Stillfried-Kottwitz [nur Landratsamtsverwalter] (1865)
  7. Königlicher Kammerherr Freiherr von Gaffron-Haltauf (1865-1870)
  8. Regierungsreferendar a. D. Reinisch auf Münchhof [nur Landratsamtsverwalter] (1870-1871)
  9. Rittergutsbesitzer Hugo von Sametzki auf Nieder-Kunzendorf (1872-1896) 
  10.  Rittergutsbesitzer Paul von Chappuis auf Korschwitz (1896-1900)
  11. Dr. Karl Kirchner seit 30. Juni 1900
 
Noch bis zum Jahre 1812 wurde das Landratsamt von dem Wohnsitz des jeweiligen Landrats aus verwaltet, die Besitzer von Rittergütern waren. In die Kreisstadt wurde erstmalig der Sitz des Landratsamt durch Landrat Ernst Friedrich von Wentzky auf Bärwalde verlegt, der 1812 Fräulein Wilhelmine Charlotte von Scholten ehelichte, die Eigentümerin des Grundstücks Pusillusstraße 18 war. Wo nach dem Tode dieses Landrats (1848) das Landratsamt untergebracht war, läßt sich nicht feststellen. Es wird vermutet, in dem Grundstück Ring 43. Während der Dienstzeit des Landrats Schwenzner war das Landratsamt einige Jahre (1863-1865) in dem alten Kreishause untergebracht, welches im Jahre 1863 von Landrat Schwenzner, erbaut und später durch Beschluß des Kreistages vom 31. Dezember 1883 erworben wurde. Am 1. Juni 1865 wurden die Büros in das Haus Ring 37 (Hotel „Gelber Löwe“) übergeleitet, doch schon im Jahre 1866 nach der Junkernstraße 1 verlegt. Die Verlegung des Landratsamtes in das von Landrat Schwenzner erbaute, im Jahre 1883 vom Kreise erworbene Kreishaus, erfolgte 1884. Es verblieb darin bis zur Errichtung des neuen Kreishauses im Jahre 1905.
 
Quellen:
Buch:“Münsterberger Land“ -- Ein Heimatbuch für Schule und Haus
von Schulrat Kretschmer im Jahr 1931 in Zusammenarbeit mit der Lehrerschaft des Kreises Münsterberg.
 
 

 

  

 

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